"It doesn't have a Shape, it has a Shadow" Michelle Atherton, Jette Gejl, TC McCormack, 30.03.-12.04.2019
Series: "Re-imagining America" 2020, Exhibition: "Talkin to me?" Philipp Lachenmann, 04.-19.12.2020
„3D Photogrammetrie Stadt/Müll“, Benjamin Renter, City trash analysis, digital media, 26.11. – 10.12.2022
„Uran und andere Szenarien“ Antonia Low, 25.08. - 16.09.2023
Performance "wie es nicht sein wird" von Simone Lanzenstiel und Tom Früchtl, 03.02.2018

Kontakt

Matthias Mayer
Freienwalder Straße 31
13359 Berlin
+49 (0)179-8593744
MM_@gmx.net

Über uns

Spor Klübü (türkisch für Sportklub, gegründet August 2003) ist ein Projektraum, der vorwiegend mit internationalen Künstler*innen aus Berlin zusammenarbeitet und ihnen Raum zum Experimentieren bietet. Realisiert werden außerdem Projekte in Kooperation mit Kurator*innen, Kunstvereinen und Institutionen.

Veranstaltung zur Koloniewedding

27.04. - 04.05.2024 „The Only Rule of Making Good Art is to Punch Nazis“ Tania Elstermeyer, Yishay Garbasz

27.04.-04.05.2024

„The Only Rule of Making Good Art is to Punch Nazis“ Tania Elstermeyer, Yishay Garbasz
27.04.-04.05.2024
kuratiert von Karø Goldt & Matthias Mayer

Eröffnung: Fr., 26.04.2024, 19:00
Performance: Tania Elstermeyer Die Operatorin, 20:00

Finissage: Sa, 04.05.2024, 19:00
Videoperformance Tania Elstermeyer, 20:00

Öffnungszeiten: Sa, 27.04. + So, 28.04., 15:00-19:00 29.04.-03.05. nach Vereinbarung, Tel.: +49-(0)179-8593744

Unter dem auffordernden Titel „The Only Rule of Making Good Art is to Punch Nazis“ positionieren sich die zwei in Berlin lebenden Künstlerinnen Yishay Garbasz und Tania Elstermeyer mit Arbeiten, die gerade jetzt in ihrer Bedeutung und ihrem Ausdruck unentbehrlich sind. In beiden Fällen bilden sie einen größeren Zeitraum des jeweiligen künstlerischen Schaffens ab und führen eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Themen Gewalt, Ausgrenzung, Nationalismus, Transgender-Rechte und Feminismus.

Die Ansätze der beiden Künstlerinnen sind dabei sehr unterschiedlich. Sie können als eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen gelesen werden, aber auch biographisch oder eben als ein kritisches Kommentar zur Kunstwelt. Allein der robuste und provokant wirkende, in politisch linken Kreisen (in Deutschland) würde man eher sagen „stabile“ Ausstellungstitel dient als deutlicher Hinweis hierauf. Er verweist darauf, dass alle Kunst politisch ist. Nur Privilegierte sind in der Lage, diese Wahrheit zu ignorieren.

Die Arbeitskomplexe von Garbasz und Elstermeyer werden in der Ausstellung in eine räumliche Bezüglichkeit gebracht. Das Spannungsfeld der Einmischung ist oberflächlich betrachtet auch ein ästhetisches. Aber: Eine Haltung einzunehmen und Diskussionen anzuregen bilden die Grundlage zum (Selbst-)Verständnis der Arbeiten. Dazu nutzen die beiden Künstlerinnen abwechslungsreich und medial breit aufgestellt Installation, Zeichnung, Publikationen, Video und Performance.

Links Künstlerinnen:

_Tania Elstermeyer:
https://www.instagram.com/taniaelstermeyer/, https://soundcloud.com/user-428870929
_Yishay Garbasz:
https://yishay.com/

Von März bis Mai 2024 werden zwei weitere miteinander verbundene Ausstellungen von Yishay Garbasz in Berlin stattfinden

• „Severed Connections: Do what I say or they will kill you“
Showroom:photographie / Labor Pixel Grain GmbH
Eröffnung: 27.03.24, 18:00-20:00; Ausstellungszeitraum: 02.04.-02.05.2024
http://pixelgrain.com/showroom.html

• „In my Mother’s Footsteps“
Prima Center Berlin (PCB)
Eröffnung: 19.04.24, 19:00, Finissage: 12.05.24, 19:00; Ausstellungszeitraum: 20.04.-12.05.2024
https://m.facebook.com/p/Prima-Center-Berlin-100054371448227/

Geführte Tour von Yishay Garbasz: Sa, 27.04.2024, 15:00 Start Showroom Pixel Grain (Rosenstr. 16/17, 10178 Berlin)
16:15 Ankunft Prima Center Berlin (Biesentaler Straße 24, 13359 Berlin) 17:15 Ankunft Spor Klübü

vergangene Veranstaltungen

30.06. - 14.07.2023 Silke Koch_Fotografie

01.-14.07.2023

Ein künstlerisches Rechercheprojekt zur Repräsentation im öffentlichen Raum von Gesellschaft im Wandel

Silke Koch’s künstlerische Arbeiten erkunden biografisch motiviert, wie sich Gesellschaft und ihre Utopien im öffentlichen bis in den privaten Raum hinein repräsentieren. Dabei verwendet sie verschiedene Medien wie Fotografie, Video, Skulptur und Interventionen im öffentlichen Raum. Allen Arbeiten liegt eine ortsspezifische Recherche zugrunde. In der künstlerischen Umsetzung kreiert Silke Koch Möglichkeitsräume, um traditionelle Vorstellungen und Wahrnehmungen zu hinterfragen und zu erweitern.

Für die Einzelausstellung im Spor Klübü zeigt die Künstlerin zwei Werkgruppen. Eine Serie zeigt Bilder aus ihrem unveröffentlichten Fotoarchiv von 1994/95. Diese zeigt eine heranwachsende Generation, wie sie sich inmitten politischer Wirren und gesellschaftlicher Veränderungen spielerisch öffentliche Freiräume und Statussymbole aneignet sowie als Gegenspieler dazu moderne Architektur-Fassaden der 1980er Jahre.

Eine weitere Serie von Fotografien recherchiert „im Heute“ im öffentlichen Raum nach dessen Bestand von Zeichen, Utopien und Vorstellungen einer Gesellschaft, die bereits das Zeitliche segnete. Sie prüft das Versprechen und Erwartungen mit dem gesellschaftlichen Wandel ab 1989 auf eine „noch“ bessere Welt. Dabei bleiben Brüche nicht aus. Die analoge Kamera fokussiert auf Räume – scheinbar unbeachtet anmutende Situationen fern ab großer Schauplätze der Repräsentation von Gesellschaft.

www.silkekoch.de

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

10.11.2023 Ulu Braun – Videoscreening/Talk

Ulu Braun Videoscreening/Talk
Fr., 10.11.2023, 19:30

Die drei gezeigten Videoarbeiten („Die Flutung von Viktoria“ 2004, „Architektura“ 2015, „Burkina Brandenburg Komplex“ 2018) repräsentieren das breite Spektrum von Ulu Braun. Sie erforschen die Schnittstellen zwischen malerisch-performativer Videokunst und Hybrid-Autorenfilm und beleuchten auf poetisch-ironische Weise die Einflüsse sozialer, ökonomi-scher und medialer Globalisierung auf unsere Zivilisation.

Ulu Braun (1976 ) lebt und arbeitet in Berlin und Lieksa (Fi). Er studierte Malerei und Film an der Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstakademie Helsinki und der Filmuniversität Babelsberg. Seine Arbeiten werden seit 2004 regelmäßig in Kunstinstitutionen sowie auf Film- und Medienfestivals gezeigt.

Mehr Infos: www.ulubraun.com

 

Die Flutung von Viktoria (22 min, 2004)

Eine Gruppe von Touristen durchquert mit dem Reisebus ein letztes Mal die traumhafte Weltenlandschaft, in der antike Trümmer und futuristische Gewächshäuser vom Fortschrittsglauben der menschlichen Kultur zeugen. Der utopische Ort Viktoria wird zum Schauplatz eines surrealen Dramas, in dem archaische Motive und moderne Lebenswelten aufeinander treffen. Dieser Gegensatz zeigt sich auch bei den Protagonisten: Während der weltgewandte Reiseleiter Henkel eine Tauchexpedition in künftige Unterwasserwelten plant, sehnt der Reisende im gelben Anzug das Wasser als eine Rückkehr zu den Ursprüngen herbei. Die Umsetzung mit Miniaturen entrückt das bedrückende Szenario in eine spielerische, märchenhafte Atmosphäre, die von den ausdrucksstarken Gesichtern und den real bewegten Figuren getragen wird. (Videonale 10)

Architektura (15 min, 2015)

Anstatt das Rad neu zu erfinden, erfindet Ulu Braun das strukturelle Potenzial des Ziegelsteins in dieser revisionistischen Fabel über die Urbanisierung unseres Planeten durch die Menschheit neu. Mit spielerischen und visuell verdichteten digitalen Collagen stellen Brauns assoziative Tableaus eine „alternative“ Vision unserer Welt zusammen, in der die Natur in die Stadt eindringt (und umgekehrt). Wir werden von einem beruhigenden Erzähler durch postapokalyptische, postkapitalistische Lebensräume geführt, in denen das Materielle mit dem Metaphysischen, das Wörtliche mit dem Figürlichen koexistiert (Seifenblasengebäude stehen neben verfallenen Kirchen, die zu Autohäusern umfunktioniert wurden). Architektura erinnert an den kindlichen Erfindungsreichtum unserer Zivilisation bei der Schöpfung und Zerstörung, während wir das Erbe, das wir an unsere zukünftigen Generationen weitergeben, hinterfragen. (Andrei Tănăsescu, Bucharest)

Burkina Brandenburg Komplex (19 min, 2018)

Ein scheinbar afrikanisches Dorf, von Deutschen bewohnt. Der Film Burkina Brandenburg Komplex beschreibt eine geografische Konstruktion, die „unser“ mediales und kollektives Afrika-Bild bedient und mit Ungenauigkeiten auf die Probe stellt. In einer Mine taucht ein archäologischen Fundstück auf: ein Ferrari®. Wir begleiten Joachim in seinem Alltag. Er möchte gerne ein gemeinsames Energieprojekt verwirklichen. Das Museum für preussisches Kulturgut wird von einer woman of color geleitet. Sie präsentiert Artefakte westlicher Konsumkultur mit besonderem Schwerpunkt auf deutsche Güter. Joachim ist in die rituelle Energieerzeugung vor Ort involviert, wird aber zum Höhepunkt von der Zeremonie ausgeschlossen und katapultiert sich schließlich selbst aus der „Story/History“. (68.Berlinale, 2018)

24.11.2023 „ZERO TOLERANCE“

ONE NIGHT SHOW

„ZERO TOLERANCE“
One Night Group Show

Fr., 24.11.2023, 19:00

Künstler*innen:
Boris Abel, Michelle Alperin, Franck-Lee Alli-Tis aka V Stylianidou, Volker Andresen, claudia balster & hannah goldstein, Robert Barta, Norbert Bauer, Matthias Beckmann, Thomas Behling, Antje Blumenstein, Sascha Boldt, Gunnar Borbe, Ulrike Buck, Johannes Bünemann, Kai Bornhöft, Astrid Busch, Ulu Braun, Daniela Lehmann Carrasco, COUNCIL OF MANY (Alexine Chanel + Mickaël Faure), Rolf Czulius, Lea D’Albronn Allexandre, Henrike Daum, Annedore Dietze, Mirjam Dorsch, Stefan Draschan, Stefan Ebner, Tatiana Echeverri Fernandez, Knut Eckstein, Irena Eden & Stijn Lernout, Tania Elstermeyer, Roland Fuhrmann, Roman Frechen, Anne Gathmann, Ingo Gerken, Robert Gfader, Monika Goetz, Karø Goldt, Massoud Graf-Hachempour, Harriet Groß, Berenice Güttler, Stephanie Hanna, Theemetra Harizani aka Dimitra Charizan, Andrea Hartinger, Michael Hauffen, Andreas Helfer, Christian Hellmich, Thomas Henriksson, Birgit Hölmer, Stephan Homann, Esther Horn, Fabian Hub, Henrik Jacob, Hubi W. Jäger, Thomas Jocher, Uwe Jonas, Silke Koch, Sebastian Körbs, Karen Koltermann, Erika Krause, Käthe Kruse, Philipp Lachenmann, Simone Lanzenstiel, Anett Lau, Niina Lehtonen Braun, Sabine Linse, Catherine Lorent, Antonia Low, Mahony, Nadja Verena Marcin, Matthias Mayer, Ulrike Mohr, Thomas Monses, Matthias Moravek, Peter Müller, Paula Muhr, Leo de Munk, Berit Myrebøe, Joe Neave, Rainer Neumeier, Lorcan O’Byrne, Jennifer Oellerich, Jürgen Olbrich, Lydia Paasche, Manfred Peckl, Wolfgang Plöger, Luisa Puschendorf, Kathrin Rabenort, Nika Radic, Benjamin Renter, Regine Rode, Römer + Römer, Maja Rohwetter, Julia Rüther, Özlem Sarıyıldız, Michel Santos, Sabrina Schieke, Adrian Schiesser, Marco Schmitt, Iris Schomaker, Richard Schütz, Michael Schultze, Veronika Schumacher, Olivia W. Seiling, Heiko Sievers, Heidi Sill, Johanna Smiatek, Erik Smith, Elisabeth Sonneck, Petra Spielhagen, Hans-Peter Stark, Gabriele Stellbaum, Ralf Tekaat, Anja Teske, Thea Timm, Miriam Tölke, Kata Unger, Sencer Vardarman, Gabriela Volanti, Yvonne Wahl, Klaus Walter, Line Wasner, Anja Weber, Marcel Friedrich Weber, Linda Weiss, Bettina Weiß, Julia Werhahn, Anke Westermann, Markus Willeke, Ila Wingen, Markus Wirthmann, Norbert Witzgall, Ina Wudtke, Sibylle Zeh, Rosa Zettl, Ella Ziegler, Michaela Zimmer

Seit 2005 titelten Zitate vergangener Dekaden (meist aus den 1980er Jahren) die jährlichen One Night Group Shows Ende November im Spor Klübü. Andere Projekte und insbesondere die Pandemie hatten zu einer 4-jährigen Pause dieses Ausstellungsformates geführt. Dieses Jahr wird der Faden wieder aufgenommen. „ZERO TOLERANCE“ steht als Begriff für viele zweifelhafte Strategien – insbesondere als Strategie der Kriminalitätsbekämpfung und Kriminalprävention. Hiermit wird der Polizei erlaubt – sozusagen präventiv – bei Ordnungsverstößen unterhalb der Straftatenschwelle, sogenannten Bagatelldelikten, hart ein- bzw. durchzugreifen. Bekannt wurde sie in den 1990er mit dem „New Yorker Modell“, gepowert vom republikanischen Bürgermeister Rudy Giuliani und dessen Polizeichef Bill Bratton, der sich damit auf die bereits in den 1980er Jahren aufgekommene „Broken-Windows-Theorie“ berief. In Folge geriet die Nulltoleranzstrategie als weltweiter Exportschlager und landete teilweise auch in der deutschen Kriminologie und Politik. Erfolg und Effizienz der Strategie blieben zweifelhaft und wurden offensichtlich nie eindeutig nachgewiesen. Die negativen Seiten lagen allerdings auf der Hand: übertriebene Freiheitsbeschränkungen, Entstehung von übermäßiger Polizeiwillkür und -gewalt, der Aufbau eines Kontroll- und Polizeistaats etc. Beim Überfahren einer roten Ampel mit dem Fahrrad in Manhattan oder beim offenen Alkoholkonsum auf der Straße musste man in den 1990er Jahren eben befürchten, im Gefängnis landen zu können. Eine weitere Nulltoleranzstrategie verfolgte die amerikanische Regierung unter Präsident Trump viele Jahre später im Hinblick auf die Einwanderung in die USA. Wenn legal oder illegal eingewanderte sowie asylsuchende Personen u.a. einen Eintrag im nationalen oder ausländischen Strafregister hatten, wurden sie umgehend inhaftiert und deportiert bzw. abgewiesen. Dabei wurden auch ohne Rücksicht Familien, z.B. Kinder von ihren Eltern, voneinander getrennt.

Was ist, wenn man die Nulltoleranz umdreht und aus einem anderen Blickwinkel betrachtet? Zum Beispiel genau gegen diese politischen Absichten und Akteur*innen und in der politischen Abgrenzung gegen rechts. Es kann nicht sein, dass z.B. einer Partei wie der AfD in Deutschland Toleranz entgegen gebracht wird, nur weil sie Menschen erreicht und Wählerstimmen erlangt, aber u.a. auf ein rechtsextremes, nationalsozialistisches, rassistisches, antisemitisches und queerfeindliches Gedankengut baut. Wer an dieser Stelle seine Nulltoleranzgrenze verlässt, seine Brandmauer einreist, erliegt der Komplizenschaft und macht den Rechtsextremismus hoffähig.

25.08. - 16.09.2023 „Uran und andere Szenarien“ Antonia Low

25.08. – 16.09.2023

Das Atelier ist ein stetig anwachsendes Sammlungslager für bemerkenswerte Funde, Recherchematerialien und Arbeitsproben. Bei genauer Betrachtung erweisen sich einige der Kuriositäten – ein Glasobjekt mit Uran und ein im Bergbau gefundener Stalagmit – für die Zukunft jedoch als problematisch und bedürfen aufgrund ihrer Radioaktivitätsstrahlung anhaltender Aufmerksamkeit. Ein angebrachter Umgang mit Sammlungen dieser Art und ihrer Ewigkeitslast aus strahlenhygienischer Sicht soll nun künstlerisch anskizziert werden.

Antonia Low lebt und arbeitet in Berlin. In ihrer bildhauerischen, konzeptuellen und künstlerisch explorativen Praxis experimentiert Antonia Low mit materiellen und situativen Gegebenheiten, modelliert Irritationen und Spekulatives in gewohnte Strukturen – die Interventionen sind multimodal, prozesshaft oder installativ. Entlang neuer Blickachsen und Überlagerungen aus Grabungen und Verschiebungen entstehen Reflexionen, poetische Erfahrungen und die Gleich- zeitigkeit verschiedenster Realitäten.

Weitere Information: www.antonialow.com

Eröffnung: Fr, 25.08.2023, 19:00

Finissage: Sa, 16.09.2023, 19:00
Öffnungszeiten:
Sa, 26.08. + So, 27.08., 15:00-18:00
sowie nach tel. Vereinbarung: Tel. +49 (0)179 8593744

 

01.01. - 31.12.2022 Archiv_Ausstellungen ab 2003

29.09. - 07.10.2023 „Im Weltraum ist es still“ Mirjam Dorsch

29.09. - 07.10.2023

Im Weltraum ist es still

In der Rauminstallation von Mirjam Dorsch sind zwei Welten miteinander verwoben, die nicht weiter voneinander entfernt sein könnten. Haben sie Gemeinsamkeiten? Was machen diese Welten aus? Eine Bodeninstallation aus Teppich und Watte, die über einen Bühnensteg begehbar ist und an unsere Milchstraße erinnern kann, steht einem Klang gegenüber aus einer individuellen Welt, einem Zustand, in dem die Sinne schlafen und unbewusstes Leben stattfindet.

Ähnlich dem Äquivalenzprinzip, mit dem Albert Einstein die Relativitätstheorie erschlossen hat, gibt es auch beim Schnarchen eine kosmische Rahmenverschiebung. Das Geräusch, welches beim Schlafen hinderlich ist, sowohl dem/der Schlafenden als auch dem/der Wachliegenden, lässt in dem schwarz gebettetem öffentlichem Raum ganz andere Assoziationen zu.

Die Watte liegt wie Sternnebel über dem schwarzen Hochflor. Akustisches Material bewegt sich in regelmäßigen Abständen durch den 42 Quadratmeter großen Ausstellungsraum. Mit gleichmäßigem Brummen und Gurren scheint das Universum zu atmen. Können wir etwas Lebendiges im Kosmos vermuten? Und wenn ja, schläft es dann? Sind wir vielleicht doch nicht allein? Und könnte das nicht beruhigend sein? Vermutungen an außerirdischen Lebens geht im wissenschaftlichen Kontext bis in die 70er Jahre zurück.

Poetische und spielerische Erzählungen haben lange die machtvollen, religiösen Erzählungen abgelöst und schaffen immer wieder Stoff für neue Höhenflüge der Fantasie. Der Titel der Ausstellung kann auch ein Hoffnungsschimmer sein, ein Mantra: „im Weltraum ist es still“- wenn das Geräusch des Schlafes, das Schnarchen eines Anderen, einem selbst den Schlaf raubt.

Statment Mirjam Dorsch

„In meiner bildhauerischen Arbeit begegnen mir verschiedene Materialien und Techniken, die mich in meiner Arbeitsroutine begleiten und sich miteinander verbinden, überschneiden oder ablösen. Elemente der Kunstproduktion und des Kunstbetriebs werden thematisiert und zuweilen spielerisch vertauscht oder verschoben, um ihre Eigenschaften zu zeigen und neue Sichtweisen zu ermöglichen. Die Perspektive ist dabei ein verschiebbarer Rahmen, der den Blick auf das lenkt, was nicht sofort wahrnehmbar ist und als Lücke erscheint. Die Analyse und Bearbeitung von naturbelassenen und verarbeiteten Materialien zeigen Zusammenhänge, die infrage gestellt werden können und für meinen Schaffensprozess inspirierend sind.“

Eröffnung: Fr, 29.09.2023, 19:00

Öffnungszeiten:
Sa, 30.09. + So, 01.10., 15:00-18:00
sowie nach tel. Vereinbarung: Tel. +49 (0)179 8593744